Forschung

Körpersprache und sportliche Leistung

Studien legen nahe, dass Körpersprache und aktuelle sportliche Leistung miteinander zusammenhängen. Doch beeinflusst die Körpersprache die Leistung, beeinflusst die Leistung die Körpersprache, oder beeinflussen sie sich gegenseitig? Oder beeinflusst eine dritte Variable sowohl Körpersprache als auch Leistung? In diesem Projekt versuchen wir, den Zusammenhängen zwischen Körpersprache und sportlicher Leistung und der Dynamik dieser Zusammenhänge auf die Spur zu kommen. Dazu nutzen wir unterschiedliche Methoden, darunter Experimente und längsschnittliche Analysen von Daten aus dem Feld.

Kooperationspartner: Philip Furley (Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik, Deutsche Sporthochschule Köln)
Wenn Sie sich für dieses Projekt interessieren, kontaktieren Sie bitte Geoffrey Schweizer.


Forschungsmethoden in der Sportpsychologie

Aktuell gibt es in der Psychologie eine Diskussion um die Qualität der Ergebnisse aus psychologischen Studien. In dieser Diskussion geht es beispielsweise um die Größe von Stichproben, die Genauigkeit von Messverfahren sowie die Replizierbarkeit von Befunden. In diesem Projekt versuchen wir, auf Basis empirischer Arbeiten Vorschläge für zukünftige sportpsychologische Forschung zu entwickeln.

Kooperationspartner: Philip Furley (Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik, Deutsche Sporthochschule Köln)
Wenn Sie sich für dieses Projekt interessieren, kontaktieren Sie bitte Geoffrey Schweizer.

 

SHOTPROS: Verbesserung der Entscheidungs- und Handlungsprozesse in Stress- und Hochrisikosituationen von europäischen Polizeibeamtinnen und -beamten durch VR-Training

Im interdisziplinären Projekt SHOTPROS werden der Einfluss von psychologischen und kontextuellen Faktoren auf das Entscheidungsverhalten und die Ausführung von Maßnahmen der Polizeikräfte unter Stress und in hochriskanten Einsätzen untersucht. Über geeignete Trainingsmaßnahmen soll die Leistung von Polizeikräften verbessert werden. Der Untersuchung des Einflusses dieser Faktoren in der virtuellen Realität folgt die Entwicklung eines auf menschlichen Faktoren basierenden Trainingscurriculums und einer dazugehörigen Trainingslösung in virtueller Realität sowie deren Implementierung und Evaluation in fünf EU-Ländern. Lern- und Veränderungsprozesse der beteiligten Polizistinnen und Polizisten, Behörden und Ausbildungsstrukturen werden wissenschaftlich begleitet und Wissensmanagement zum Einsatz von virtueller Realität in den teilnehmenden Ländern geleistet. Ziel des Forschungsprojekts sind die europaweite Verbesserung der Entscheidungsfähigkeit und Handlungssicherheit von Polizistinnen und Polizisten sowie eine Reduktion von Gewaltanwendung und der damit einhergehenden Wahrscheinlichkeit von Opfern und Kollateralschäden. 

Das SHOTPROS Team umfasst 13 Projektpartner, die in den nächsten 3 Jahren gemeinsam an diesen Zielen arbeiten. Dazu gehören europäische Forschungseinrichtungen, internationale Unternehmen sowie sechs polizeiliche Behörden. 

 

Projektpartner 

- USECON – The Usability Consultants GmbH / Österreich  

- AIT Austrian Institute of Technology GmbH - Center for Technology Experience / Österreich  

- KU Leuven - Department of Criminal Law and Criminology / Belgien  

- Stichting VU - Vrije Universiteit Amsterdam / Niederlande  

- Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg – Institute of Sport and Sport Sciences / Deutschland  

- Campus Vesta APB / Belgien  

- RE-liON Group B.V. / Belgien  

- Ministry of Internal Affairs Romania - Directorate General Logistics / Rumänien  

- Swedish Police Authority / Schweden  

- Polizei Berlin - Polizeiakademie / Deutschland  

- National Politie Nederland / Niederlande  

- Directorate General Crisis Centre of the Belgian Federal Public Service, Home Affairs / Belgien  

- Polizei Nordrhein-Westfalen - Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten / Deutschland  

 

Dieses Projekt wird im Rahmen des Horizon 2020 Forschungs- und Innovationsprogramms der Europäischen Union gefördert (Fördervertrags Nr. 833672). 

Eu  

Gesamtkosten: 5,1 Millionen Euro  

Dauer: 36 Monate  

Projektwebsite:  www.shotpros.eu  

SHOTPROS auf Social Media  

 

Aktuelles Subprojekt von SHOPTPROS  

„SHOT-COVID19: Anforderungen an die Polizeiarbeit in pandemischen Krisen“  

Dynamische Regierungsmaßnahmen, das ständige Risiko einer Kontaminierung und Personalknappheit durch pandemiebedingte Ausfälle führen zu unbekannten und unsicheren Situationen, in denen Polizeibeamt*innen trotz der hohen Belastungen angemessen reagieren müssen. Im Rahmen eines Subforschungsprojekts von SHOTPROS werden europäische Polizeibeamt*innen in einer 10-12-minütigen Online-Befragung während der Corona-Krise an drei Messzeitpunkten von Ende März bis Mitte Juni 2020 zu ihren Arbeitsanforderungen, Befindlichkeit und Bewältigungsstrategien befragt. Neben den SHOTPROS-Partnern Polizei Berlin und die Nationale Polizei Niederlande konnten auch das örtliche Polizeipräsidium Mannheim sowie Polizeikräfte aus der Schweiz, Österreich und Euskadi als Teilnehmer*innen gewonnen werden. Als Initiator der Studie ist die Universität Heidelberg dabei – in enger Zusammenarbeit mit dem AIT Center for Technology Experience – verantwortlich für die Rekrutierung sowie die qualitative Auswertung der Studie und wissenschaftliche Publikationen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dabei helfen, das Krisenmanagement weiter zu verbessern und potenzielle Schlüsse für künftige Ausbildungsschwerpunkte im polizeilichen Bereich zu treffen. Weitere Details siehe: https://shotpros.eu/2020/04/17/international-study-shot-covid19-study-investigates-police-officers-work-demands-during-the-covid-19-crisis/  

Forschergruppe: PD Dr. Marie Ottilie Frenkel, Laura Giessing, Prof. Dr. Henning Plessner (Universität Heidelberg); Dr. Sebastian Egger-Lampl (AIT, Austrian Institute of Technology GmbH, Österreich); Prof. Dr. Raoul Oudejans, Prof. Dr. Vana Hutter & Lisanne Kleygrewe (Vrije Universiteit Amsterdam, The Netherlands); Dr. Emma Jaspaert (KU Leuven, Belgium) 

Wenn Sie sich für die Projekte SHOTPROS oder SHOT-COVID19 interessieren, kontaktieren Sie bitte Marie Ottilie Frenkel

 

„Sportliche Aktivität vor und während der COVID-19-Pandemie als Stresspuffer“ 

Die COVID-19-Pandemie und die infektionsschützenden Maßnahmen gegen die Ausbreitung haben den Alltag sehr verändert. Die Ansteckungsgefahr, die Unsicherheit und die Neuartigkeit der Situation können potenziell als stressauslösend wahrgenommen werden und somit das Stresslevel erhöhen. Regelmäßige sportliche Aktivität kann nachweislich helfen, Stress und seine negativen Gesundheitsfolgen zu reduzieren. Allerdings wurden die Möglichkeiten zur sportlichen Aktivität durch die Schließungen der Sportstätten und die Kontaktbeschränkungen ausgeschlossen oder stark eingeschränkt. Daher untersucht die Studie, wie sich die sportliche Aktivität in der Pandemie verändert hat und ob sportliche Aktivität vor oder während der Pandemie Stress und seine negativen Folgen reduziert. Dafür wurden Sportstudierende der baden-württembergischen Universitäten im April 2020 in einer Online-Befragung zu Ausmaß der sportlichen Aktivität, Stresslevel, Befindlichkeit und Stressbewältigungsstrategien vor und während der Krise befragt. 

Forschergruppe: PD Dr. Marie O. Frenkel, Julia Kannen, Laura Giessing & Prof. Dr. Henning Plessner (Institut für Sport und Sportwissenschaft, Universität Heidelberg) 

Wenn Sie sich für dieses Projekte interessieren, kontaktieren Sie bitte Marie Ottilie Frenkel

 

„Stressfaktoren und Bewältigungsstrategien von Beschäftigten im Gesundheitswesen während der COVID-19-Pandemie“ 

Um die Belastungen von Ärzten, Rettungskräften und anderen Beschäftigten im Gesundheitswesen und die mit der Ausnahmesituation der Corona-Krise verbundenen Stressfaktoren zu erfassen wird eine längsschnittlich angelegte Online-Befragung durchgeführt. Sie richtet sich an alle diejenigen, die mit möglicherweise oder tatsächlich infizierten Personen sowie COVID-19-Patienten arbeiten. Angesprochen sind auch Pflegekräfte, Labormitarbeiter, Medizinstudierende mit Patientenkontakt. Aus den persönlichen Erfahrungen sollen Informationen über kurzfristig erforderliche Maßnahmen zum Krisenmanagement sowie Schlüsse für die künftige Aus- und Fortbildung gewonnen werden. Die Studie wurde gemeinsam mit Funktionsoberarzt Dr. Stefan Mohr vom Universitätsklinikum Heidelberg,  initiiert und umfasst ein großen trans- und interdisziplinäres Team am Forscherinnen und Forschern: Prof. Dr. Cornelia Wrzus, Prof. Oliver Schilling von Psychologischen Institut, Universität Heidelberg; Katja Pollak, ISSW, Universität Heidelberg; Prof. Dr. med. Benedikt Fritzsching, Prof. Dr. med. Erik Popp, Universitätsklinikum Heidelberg; Dr. Sebastian Egger-Lampl, AIT Austrian Institute of Technology GmbH, Austria). 

Weitere Details sieh auch: https://www.uni-heidelberg.de/de/newsroom/was-hilft-aerzten-pflege-und-rettungskraeften-der-arbeit-der-corona-krise

Wenn Sie sich für dieses Projekte interessieren, kontaktieren Sie bitte Marie Ottilie Frenkel.  
 

Psychologische Aspekte in der Rehabilitation 

In diesem Projekt werden unter anderem zwei kognitiv-motorische Therapiekonzepte in der Rehabilitation untersucht: Das Mentales Training und das Spiegeltraining. Grundlagenwissenschaftlichen Fragestellungen zu den Therapiekonzepten stellen einen Gegenstandsbereich dar. Weiteres Ziel ist die Stützung empirischer Befunde zur Anwendung der kognitiven Trainingsformen in der orthopädischen Rehabilitation sowie die Lieferung weiterer Belege zu den Auswirkungen dieser Methoden.

In Kooperation mit der ATOS Praxisklinik Heidelberg, dem Robert-Bosch Krankenhaus Stuttgart und dem Sportinstitut der Universität Stuttgart.

Wenn Sie sich für dieses Projekt interessieren, kontaktieren Sie bitte Marie Ottilie Frenkel.

 

Selbstregulation und Achtsamkeit in der Schule

Der achtsamkeitsbasierte Ansatz stellt eine Interventionsstrategie dar, die sich eignen soll die Selbstregulation von Kindern zu unterstützen. Die Schülerinnen und Schüler werden hierbei an gezielte Aufmerksamkeitslenkung herangeführt und erlernen Strategien zur Emotionsregulation, mit deren Hilfe sie effektiver mit Stress umgehen können. Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, das Achtsamkeitstraining „8-sam“ (Frenkel, 2014) in ausgewählten Gymnasien in Baden- Württemberg umzusetzen, seine Akzeptanz und Wirksamkeit zu prüfen und bei positiven Ergebnissen im Schulcurriculum zu implementieren. Im Zentrum der Längsschnittstudie steht eine kontrollierte, blockrandomisierte Intervention mit 100 Fünftklässlern aus Schulen in Bruchsal und Karlsruhe. Die Kontrollgruppe nimmt in gleichem zeitlichen Umfang an einem Sozialkompetenztraining teil. Zusätzlich erfolgt eine Befragung der Klassenlehrer sowie der Mütter. Ein Novum des Forschungsprojektes ist, dass die psychologischen Konstrukte Metakognitive Bewusstheit und Exekutive Kontrolle und die physiologischen Prozesse Herzratenvariabilität (HRV) und Cortisolausschüttung sowie deren Wechselwirkung zentraler Untersuchungsgegenstand sind.

Initiatoren: Dr. Marie O. Frenkel (ISSW, Universität HD), PD Dr. Jan Rummel (Psychologisches Institut, Universität HD) und Dr. Marc Jarczok Universitätsklinikum Ulm)

Kooperationspartner: Prof. Dr. Silke Hertel (Institut für Bildungswissenschaft, Universität HD), PD Dr. med. Freia De Bock (MIPH, Medizinische Fakultät Mannheim), Prof. Dr. Henning Plessner (ISSW, Universität HD)

Wenn Sie sich für dieses Projekt interessieren, kontaktieren Sie bitte Marie Ottilie Frenkel.

 

Selbstregulation und Achtsamkeit bei Nachwuchstrainerinnen und -Trainern

Das Konzept der Achtsamkeit hat in den letzten Jahren vermehrt das Interesse des Spitzensports geweckt. Erste sportpsychologische Studien deuten darauf hin, dass das Erbringen sportlicher Höchstleistung zu einem definierten Zeitpunkt durch das Praktizieren der Achtsamkeit unterstützt werden kann. Wichtig erscheint, dass die größten Effekte sich erzielen lassen, wenn Achtsamkeit im Alltag des Individuums ritualisiert und schon in der Kindheit beziehungsweise Jugend beginnend eingebaut wird (Frenkel, 2017). Kinder und Jugendliche werden durch multiple Anforderungen des Leistungssports häufig mit hohem Leistungsdruck konfrontiert. Daher besteht die Notwendigkeit, die Resilienz von jungen Sportlern systematisch zu unterstützen. Hierfür wird ein Dreischritt vorgeschlagen: 1. die Entwicklung und Evaluation von Achtsamkeitstrainings für junge Spitzensportler (Frenkel, Kubesch & Plessner, 2017), 2. die Entwicklung/Evaluation von achtsamkeitsbasierten Interventionen für Nachwuchstrainer und 3. die systematische Implementierung dieser sportpsychologischen Methode in die Trainerausbildung der Verbände (Pilot Deutscher Turnerbund). Das vorliegende Forschungsprojekt zielt auf den zweiten Schritt ab, erstmalig eine Interventionsstudie mit Trainern aus verschiedenen Sportarten durchzuführen. Grundidee ist dabei, dass nur ein achtsamer Trainer seinen Sportlern Achtsamkeit beibringen kann. Ziel ist daher, die Achtsamkeit der Trainer zu schulen und Interventionseffekte in einem kontrollierten Design systematisch zu untersuchen.

Initiatoren: Dr. Marie O. Frenkel (ISSW, Universität HD) und Prof. Dr. Henning Plessner (ISSW, Universität HD)

Kooperationspartner: PD Dr. Jan Rummel (Psychologisches Institut, Universität HD), Dr. med. Petra Dallmann (Psychiatrie, Uniklinikum HD), Dr. Corinne Aguilar-Raab und Martin Stoffel (Medizinische Psychologie,  Uniklinikum HD)

Ausländischer Partner: Prof. Dr. Arne Nieuwenhuys (University of Auckland, Neuseeland)

Wenn Sie sich für dieses Projekt interessieren, kontaktieren Sie bitte Marie Ottilie Frenkel.

 

Selbstregulation, Sensation Seeking und Psychophysiologie bei Extremsportlern unter Stress

Extremsportlerinnen und -sportler riskieren bei der Ausübung ihres Sports das höchste Gut, ihre körperliche Unversehrtheit. Ein effizienter Umgang mit unerwarteten Situationskomponenten und eine hohe Selbstregulationsfähigkeit ist daher gerade für diese Gruppe von Athleten besonders wichtig. Dem Persönlichkeitsmerkmal Sensation Seeking wird das Potenzial attestiert, die Bewältigung stressreicher Anforderungen im Kontext von Menschenrettung (Rettungswache/ Feuerwehr) zu ermöglichen. Eine unserer Studien mit Sportlern liefert ebenso Hinweise darauf, dass Personen mit hoher Merkmalsausprägung (High Sensation Seeker) unter Stress weniger stark physiologisch und psychologisch beansprucht sind und, dass sie damit bessere Leistungsvoraussetzungen für unerwartete Grenzsituationen im Sport haben (Frenkel et al., re-submitted). Die Effekte des Sensation Seekings auf die physiologische und psychologische Stressreaktion wurden bislang nicht hinreichend empirisch untersucht. Zwar liegen zur Interaktion von Selbstregulation und Sensation Seeking noch keine publizierten Befunde vor, jedoch lassen die theoretischen Annahmen einen Leistungsvorteil von Sportlern mit hoher Ausprägung in beiden Dispositionen vermuten. Zentrales Ziel des Forschungsprojektes ist daher zu prüfen, ob die Ausprägung an Selbstkontrolle und Sensation Seeking die Leistung von Extremsportlern bei der Bewältigung einer Aufgabe aus ihrer Sportart und unter Druck beeinflusst.

Initiatoren: Dr. Marie O. Frenkel (ISSW, Universität HD) und Prof. Dr. med. Christian Kasperk (Steroidlabor, Uniklinikum HD)

Kooperationspartner: PD Dr. Jan Rummel (Psychologisches Institut, Universität HD), OA Dr. med. Maik Brune (Zentrallabor, Uniklinikum HD), Dr. Florian Engel (ISSW, Universität Heidelberg). Prof. Dr. Henning Plessner und Laura Giessing (ISSW, Universität HD),

Ausländischer Partner: Prof. Dr. Arne Nieuwenhuys (University of Auckland, Neuseeland)

Wenn Sie sich für dieses Projekt interessieren, kontaktieren Sie bitte Marie Ottilie Frenkel.

 

Kurzintervention zur Optimierung selbstregulativer Prozesse bei sportspezifischem Stress

Im Sport sind Athleten nicht nur im Wettkampf, sondern auch im Training unerwarteten Stressoren ausgesetzt. Sportliche Bestleistungen können sie jedoch nur dann abrufen, wenn ihnen die Regulation ihrer Aufmerksamkeit und Emotionen gelingt. Der Zusammenhang zwischen Selbstregulation, Leistung und Stressoren wurde im sportspezifischen Kontext bislang nur in wenigen Laborexperimenten untersucht. Der Heidelberg Sport Stress Test (siehe Habilitationsschrift) ermöglicht die individuelle Stressreaktivität in Antwort auf einen sportspezifischen Stressreiz zu untersuchen. Ein Teil der Probanden zeigte hierbei ungünstige Reaktionen (erhöhtes Cortisol, erhöhte Zustandsangst, eine geringere sportliche Leistung; Frenkel et al., re-submitted). Davon ausgehend stellt sich die Frage, ob eine vorgeschaltete sportpsychologische Kurzintervention diesem Leistungseinbruch entgegenwirken kann. Eine Pilotstudie der Kooperationspartner zeigte bei Nichtsportlern eine Erhöhung der Vagalaktivität durch geleitete, verlangsamte Atemgeschwindigkeit (Slow-Paced-Breathing). Das vorliegende Projekt zielt daher darauf ab, zu untersuchen, ob diese Atemübung selbstregulatorische Prozesse für den Umgang mit einem unerwarteten sportspezifischen Stressor optimieren kann. Zusätzlich werden weitere nebengeordnete Ziele verfolgt: die Präzisierung des Persönlichkeitsprofils wenig gestresster Sportler und die Untersuchung des Zusammenhangs von chronischem Stress und psychischen Erkrankungen wie Depression und Burnout.

Initiatoren: Dr. Marie O. Frenkel (ISSW, Universität HD) und Prof. Dr. Henning Plessner (ISSW, Universität Heidelberg)

Kooperationspartner: PD Dr. Jan Rummel (Psychologisches Institut, Universität HD), Prof. Dr. med. Christian Kasperk (Steroidlabor, Uniklinikum HD), Dr. med. Petra Dallmann (Psychiatrie, Uniklinikum HD), Dr. Falko Frese (Sportmedizin, Uniklinikum HD)

Externe Partner: Dr. Silvain Laborde (Psychologisches Institut, Sporthochschule Köln), Prof. Dr. Arne Nieuwenhuys (University of Auckland, Neuseeland)

Wenn Sie sich für dieses Projekt interessieren, kontaktieren Sie bitte Marie Ottilie Frenkel.

 

Urteilen und Entscheiden unter körperlicher Belastung

In diesem Projekt soll der Einfluss von körperlicher Belastung auf Entscheidungsprozesse (intuitiv/deliberativ) untersucht werden. Wir untersuchen, ob körperliche Aktivität Entscheidungsprozesse beeinflusst. Die Reticular-Activation- Hypothesis (Dietrich & Audiffren, 2011) besagt, dass körperliche Belastung durch Aktivierung im retikulären Aktivierungssystem die implizite Informationsverarbeitung verbessert und Funktionen höherer Ordnung (deliberative Prozesse) einschränkt. Daher wird angenommen, dass sich Entscheidungsprozesse unter körperlicher Belastung von Entscheidungsprozessen in Ruhe unterscheiden.
Aus möglichen Studienergebnissen lassen sich Hypothesen zu den Entscheidungsprozessen unter körperlicher Belastung, wie Beispielsweise bei Radfahrern in Straßenverkehr, bei Sportlern im Wettkampf, als auch bei Schiedsrichtern auf dem Spielfeld generieren.
Wenn Sie sich für dieses Projekt interessieren, kontaktieren Sie bitte Lisa-Marie Schütz.

 

Schmerzwahrnehmung und Entscheidungsverhalten unter körperlicher Belastung

Risikoentscheidungen sind für sportliche Handlungen hochrelevant für Sieg und Niederlage aber auch für die Verletzungshäufigkeit. Der Kontext Schmerz und Sport ist bisher kaum untersucht. Sportliche Hochleistung wie sie bei Marathonläufen oder der Tour de France, gezeigt werden, gehen häufig mit dem Ertragen von starken Schmerzen und willentlich in Kauf genommen Verletzungen wie beispielsweise Ermüdungsbrüchen einher. Auch außerhalb des Hochleistungssports stehen Schmerz und sportliche Aktivität in engem Zusammenhang. Im außersportlichen Setting wie Polizei oder Feuerwehreinsätzen müssen häufig lebenswichtige Risikoentscheidungen unter körperlicher Belastung getroffen werden.
In diesem Projekt soll untersucht werden wie sich körperliche Belastung, damit verbundene affektive Reaktionen und Schmerzwahrnehmung gegenseitig beeinflussen.
Kooperationspartner: Henrich, Florian, Lehrstuhl für Neurophysiologie, Med.Fak MA.
Wenn Sie sich für dieses Projekt interessieren, kontaktieren Sie bitte Lisa-Marie Schütz.

 

Zeitwahrnehmung sportlicher Handlungen

Zeitwahrnehmung sportlicher Handlungen spielt besonders bei der Verwendung von Videomaterial im Sport eine zunehmend wichtige Rolle. Videomaterial im Sport soll mehr objektive Informationen, mehr Details und bessere, akkuratere Urteile über eine Situation ermöglichen. Studien haben jedoch gezeigt, dass das Betrachten von Videos in Zeitlupe zu Veränderungen in der Wahrnehmung führen kann: Handlungen werden als intentionaler wahrgenommen bzw. härter bestraft (Caruso et al., 2016; Spitz et al., 2018). Durch die Zeitlupenbetrachtung wird angenommen, dass die Person mehr Zeit zum Handeln und überlegen hatte, als es tatsächlich der Fall war.  Zusätzlich wurde der Faktor der körperlichen Belastung in diesem Zusammenhang bisher wenig untersucht. Dies ist jedoch von entscheidender Bedeutung, da Schiedsrichter ihre Entscheidungen auf dem Spielfeld unter körperlicher Belastung treffen.
In diesem Projekt soll untersucht werden die Darbietungsgeschwindigkeit verschiedener Videomaterialien das Entscheidungsverhalten in Ruhe oder unter körperlicher Belastung beeinflusst.
Wenn Sie sich für dieses Projekt interessieren, kontaktieren Sie bitte Lisa-Marie Schütz.

 

 

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 23.10.2020
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