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Sportpsychologie Projekte

Urteilskompetenz im Gerätturnen

Turnerinnen müssen ihre eigenen Leistungen genau einschätzen können, um optimale Entscheidungen für Wettkampfübungen zu treffen. Das Projekt erforscht, wie Turnerinnen und ihre Trainer*innen Leistungsurteile fällen und welche Rolle Stress dabei spielt. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Kommunikation und Entscheidungsfindung in dieser Sportart zu verbessern.
Kooperationspartner: Dr. Laura Voigt (Psychologisches Institut, Deutsche Sporthochschule Köln)

Sportpsychologie im olympischen Surfen

Surfen stellt Athletinnen vor besondere physische und psychologische Herausforderungen. Das Projekt entwickelt eine sportpsychologische Diagnostik und maßgeschneiderte Interventionen, um Surferinnen optimal auf extremen Bedingungen vorzubereiten. Diese Arbeit schließt eine bedeutende Forschungslücke im Bereich des olympischen Surfsports.
Kooperationspartner: Martin Walz (Deutscher Wellenreit Verband)

Methoden der angewandten Sportpsychologie – Interviewstudie

Ziel dieses Projekts ist es, die Praxis der angewandten Sportpsychologie besser zu verstehen, insbesondere im Hinblick auf psychologische Fertigkeitstrainings und deren Anwendung im Leistungssport. In der Interviewstudie werden Sportpsycholog*innen befragt, welche Trainingsmethoden sie einsetzen und vor welchen praktischen Herausforderungen sie stehen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, evidenzbasierte und praxisorientierte Empfehlungen für die sportpsychologische Arbeit zu entwickeln.

Akzeptanz von Videoschiedsrichter*innen

Videoschiedrichter*innen werden nicht nur im Fußball, sondern in vielen anderen Sportarten eingesetzt. Aufgabe von Videoschiedrichter*innen ist es Entscheidungen der Schiedsrichter*innen zu bestätigen bzw. zu verbessern, indem sie bei der Überprüfung von strittigen Szenen eine zusätzliche Perspektive bieten.
Dabei ist es wichtig, dass Videoschiedsrichter*innen im Sport von den Zuschauenden akzeptiert werden. Besonders im Fußball wird der Einsatz von Videoschiedsrichter*innen kontrovers diskutiert. Die Akzeptanz von Videoschiedsrichter*innen kann dazu beitragen, das Vertrauen der Zuschauenden in den Sport und seine Regeln zu stärken. Wenn die Zuschauenden das Gefühl haben, dass ein Spiel fair und transparent abläuft, werden sie eher geneigt sein, es weiterhin zu verfolgen und zu unterstützen.
Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, die Determinanten der Akzeptanz von Videoschiedsrichterentscheidungen bei den Zuschauenden über verschiedene Sportarten hinweg zu untersuchen. Beispielsweise wird in einem Teilprojekt untersucht, welchen Einfluss die Dauer der Entscheidungsfindung auf die Akzeptanz haben kann.

Eatappie: Die Gesundheitsapp für Kinder & Jugendliche mit Essstörungen

  • 2023/2024, gefördert durch EXIST-Gründerstipendium (FKZ:03EGTBW005), GründerInnen: Dr. med. Larissa Niemeyer, Dr. med. Szarah Sanchez Roman & Dr. med. Victor Saase
  • Leitung & EXIST-Mentorat: Prof. Dr. Marie Ottilie Frenkel (Psychologie in der Gesundheitsversorgung, HFU), Stellvertreter: Prof. Dr. Henning Plessner (ISSW, Universität Heidelberg)
  • Erweitertes Mentorat: Prof. Dr. med. Magnus von Knebel Doeberitz (Universitätsklinikum Heidelberg) & Prof. Dr. med. Christel Weiß (Universitätsklinikum Mannheim)

Eatappie ist eine digitale, interaktive Gesundheitsapp für Kinder und Jugendliche mit Essstörungen, die von einem ärztlichen Gründerteam konzipiert wurde. Die App ermöglicht eine therapeutische Überbrückung der Zeit zwischen Diagnosestellung und Behandlungsbeginn, indem sie ein niederschwelliges Angebot für eine digitale Psychotherapie bietet. In dem Gründerprojekt werden die Zulassung als digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) für 12- bis 17-Jährige sowie der Abschluss von Selektivverträgen mit Krankenkassen angestrebt. Zur Überprüfung der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Gesundheitsapp sind drei Studien in mehreren deutschlandweiten Studienzentren geplant: Eine Pilotstudie mit Gesunden, eine klinische Erprobung nach der europäischen Medical Device Regulation (MDR) sowie eine Wirksamkeitsstudie (DiGA).

Forschungsmethoden in der Sportpsychologie

Aktuell gibt es in der Psychologie eine Diskussion um die Qualität der Ergebnisse aus psychologischen Studien. In dieser Diskussion geht es beispielsweise um die Größe von Stichproben, die Genauigkeit von Messverfahren sowie die Replizierbarkeit von Befunden. In diesem Projekt versuchen wir, auf Basis empirischer Arbeiten Vorschläge für zukünftige sportpsychologische Forschung zu entwickeln.

Kooperationspartner: Philip Furley (Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik, Deutsche Sporthochschule Köln)

Körpersprache und sportliche Leistung

Studien legen nahe, dass Körpersprache und aktuelle sportliche Leistung miteinander zusammenhängen. Doch beeinflusst die Körpersprache die Leistung, beeinflusst die Leistung die Körpersprache, oder beeinflussen sie sich gegenseitig? Oder beeinflusst eine dritte Variable sowohl Körpersprache als auch Leistung? In diesem Projekt versuchen wir, den Zusammenhängen zwischen Körpersprache und sportlicher Leistung und der Dynamik dieser Zusammenhänge auf die Spur zu kommen. Dazu nutzen wir unterschiedliche Methoden, darunter Experimente und längsschnittliche Analysen von Daten aus dem Feld.

Kooperationspartner: Philip Furley (Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik, Deutsche Sporthochschule Köln)

Stressforschung im Extremsport: Kontext- und Geschlechtsspezifität von Coping

  • 2021-2024, selbstfinanziertes Projekt
  • Leitung: Solène Gerwann & Prof. Dr. Marie Ottilie Frenkel (Psychologie in der Gesundheitsversorgung, HFU)
  • In Zusammenarbeit mit: Prof. Dr. Gregor Domes & Dr. Bernadette von Dawans (Biologische und Klinische Psychologie, Universität Trier); Dr. Alica Mertens (School of Social Science, Universität Mannheim); Prof. Dr. Nima TaheriNejad (Institute of Computer Engineering, Universität Heidelberg)

ExtremsportlerInnen sind regelmäßig mit risikoreichen, akuten Stresssituationen konfrontiert, in denen konzentriertes und ruhiges Handeln über Leben und Tod entscheiden kann. Effiziente Coping-Strategien sind nicht nur bei der Ausübung einer Extremsportart, sondern auch in alltäglichen Stresssituationen nützlich. Im Rahmen des Projektes wird in einem Experiment die situationsbedingte Übertragbarkeit von Coping-Strategien anhand zweier Stressparadigmen in virtueller Realität untersucht. Zur Stressinduktion verwenden wir im „Virtual Reality-based Trier Social Stress Test“ (TSST-VR) sozial-evaluative Stressoren, im „Virtual Reality-based Xtreme Sport-Specific Stress Test“ (XSST) extremsportspezifische Stressoren. In einer zweiten Studie untersuchen wir, warum vor allem Frauen seltener an Extremsportarten teilnehmen als Männer und leiten Maßnahmen ab, um die Teilnahme von Frauen zu fördern. In einer weiteren Interventionsstudie planen wir den Fokus auf chronisch Gestresste aus unterschiedlichen Berufen zu legen. Das Ziel ist es, protektive Faktoren für mentale Gesundheit zu identifizieren und den Nutzen eines extremsport-spezifischen gesundheitsbezogenen Programms zu evaluieren.

Zeitwahrnehmung sportlicher Handlungen

Zeitwahrnehmung sportlicher Handlungen spielt besonders bei der Verwendung von Videomaterial im Sport eine zunehmend wichtige Rolle. Videomaterial im Sport soll mehr objektive Informationen, mehr Details und bessere, akkuratere Urteile über eine Situation ermöglichen. Studien haben jedoch gezeigt, dass das Betrachten von Videos in Zeitlupe zu Veränderungen in der Wahrnehmung führen kann: Handlungen werden als intentionaler wahrgenommen bzw. härter bestraft (Caruso et al., 2016; Spitz et al., 2018). Durch die Zeitlupenbetrachtung wird angenommen, dass die Person mehr Zeit zum Handeln und überlegen hatte, als es tatsächlich der Fall war.  Zusätzlich wurde der Faktor der körperlichen Belastung in diesem Zusammenhang bisher wenig untersucht. Dies ist jedoch von entscheidender Bedeutung, da Schiedsrichter ihre Entscheidungen auf dem Spielfeld unter körperlicher Belastung treffen.
In diesem Projekt soll untersucht werden die Darbietungsgeschwindigkeit verschiedener Videomaterialien das Entscheidungsverhalten in Ruhe oder unter körperlicher Belastung beeinflusst.